Festivalgeschichte
Im Stadttheater hat vor 25 Jahren alles begonnen. Dort wurden 1986 die ersten Meraner Musikwochen als Beitrag zur 150-Jahrfeier der Kurstadt eröffnet. Der Präsident des Musikwochenvereins, Hermann Schnitzer, und der künstlerische Leiter, Andreas Cappello, die dem Festival seit Anbeginn verbunden sind, haben sehr schnell das Vertrauen des Publikums gewonnen. Dass die damaligen 400 Sitzplätze des Jugendstilbaus nicht ausreichen würden, stellte sich schon 1987 heraus. Selbst die geräumige St. Nikolaus-Pfarrkirche konnte anlässlich eines Konzerts der „Solisti Veneti“ nicht alle Konzertbesucher aufnehmen. Die Tore mussten versperrt werden, nachdem sich bereits über 1000 Menschen im Innenraum der Kirche drängten. Seit den ersten Anfängen setzte das Festival auf höchste musikalische Qualität. Im Stadttheater gastierten in der zweiten Festivalsaison die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, das Emerson String Quartet und das Orpheus Chamber Orchester aus New York - Spitzenensembles, die sonst nur in den Musikmetropolen der Welt zu hören sind.
Der hohe Anspruch, nur die besten Künstler in die Kurstadt zu holen, bestimmte das Programmangebot der Meraner Musikwochen auch nach dem Umzug in den restaurierten Kursaal im Herbst 1989. Dass sich der Mut zum Risiko dabei durchaus auszahlen kann, zeigt ein Musik-Event aus dem Jahr 1994. Damals wurde das London Symphony Orchestra, dessen Auftritt in Verona überraschend abgesagt worden war, „spontan“ für zwei Abende nach Meran verpflichtet. Beide Konzerte waren ausverkauft, die Musikwochen hatten - wieder einmal - einen neuen Zuschauerrekord. In den folgenden Jahren traten auf der Kursaalbühne mit dem City of Birmingham Orchestra, dem Russian National Orchestra oder dem Israel Philharmonic Orchestra regelmäßig die besten Klangkörper der Welt auf.
Seit 1990 ist das Nachtkonzert eine feste Einrichtung der Musikwochen. Nachtkonzerte gaben so unterschiedliche Künstler wie der „König des Klezmer“, Giora Feidman, die Jazz-Legende Joe Zawinul, der Violinist Gidon Kremer, der Exzentriker Friedrich Gulda oder das Stimmwunder Bobby McFerrin. Die Nachtkonzerte zeigen ebenso wie die erfolgreichen „Nebenreihen“ Colours of Music und Matinée Classique, dass die Meraner Musikwochen mehr sind als ein traditionelles Klassikfestival, das ausschließlich die Freunde sinfonischer Musik anzieht. In Meran kommen auch Jazzfans und Liebhaber wertvoller Kammermusik immer wieder neu auf ihre Kosten.
